München (dapd). Muttermilch ist die beste Nahrung für Babys. Da sind sich die Experten einig. Noch dazu ist Stillen auch besonders gut für die Bindung von Mutter und Kind. Doch nicht immer funktioniert es wie geplant. "Natürlich will auch die nicht stillende Mutter das Beste für ihr Baby", schreibt Fernsehmoderatorin Karen Webb in ihrem Vorwort zu Regina Masaracchias Buch "Wie, du stillst nicht?" Aber für diese Mütter gibt es keine mit Stillgruppen vergleichbare Treffpunkte und auch keine Ratgeber, denn das eigene Kind nicht zu stillen, gilt mittlerweile beinahe als Tabu-Thema.

Regina Masaracchia, selbst dreifache Mutter, möchte verunsicherten Müttern Mut machen. Die gelernte Krankschwester ist Stillberaterin und hat selbst Erfahrungen mit dem Stillen und dem Nicht-Stillen gesammelt. "So wie jede Frau das Recht hat zu stillen, so hat auch jede Frau das Recht, nicht zu stillen", betont die Autorin. Keine Frau müsse sich für ihre Entscheidung rechtfertigen. Oft seien es medizinische Gründe oder bestimmte Lebensumstände, die dafür sorgten, dass Frauen gar nicht oder nur kurz stillten. Wichtig sei es, nicht mit seinem Gewissen zu hadern, schreibt die Autorin.

Mit ihrem Praxisbuch möchte sie Müttern zeigen, wie sie die Bedürfnisse ihres Kindes auch ohne Stillen befriedigen können. Wie kann das Abpumpen funktionieren? Welche Formen der Flaschennahrung gibt es, wenn die Muttermilch nicht gegeben werden kann, und wie klappt das Füttern am besten? Diese und viele weitere Fragen werden mit vielen praktischen und lebensnahen Tipps beantwortet. Ein wichtiger Abschnitt des Buches widmet sich der körperlichen Nähe. Von Babymassage über Tragen bis zum Familienbett und intensivem Kuscheln beim Füttern werden Möglichkeiten erklärt, wie eine enge Bindung auch ohne Stillen geschaffen werden kann.

Regina Masaracchia: "Wie, du stillst nicht? Das Praxisbuch für Mütter, die nicht stillen wollen oder können", Kösel, 2012, 16,99 Euro, ISBN: 978-3-466-34566-3

dapd