MIST – mit diesem Schlagwort verbinden Geldanleger
derzeit neue Hoffnungen auf den Anlagemärkten. Die Abkürzung
bezeichnet mit Mexiko, Indonesien, Südkorea und der Türkei
aufstrebende Schwellenländer, denen Experten sehr gute
Wachstumsaussichten in den kommenden Jahren bescheinigen.

Berlin (dapd). MIST – mit diesem Schlagwort verbinden Geldanleger
derzeit neue Hoffnungen auf den Anlagemärkten. Die Abkürzung
bezeichnet mit Mexiko, Indonesien, Südkorea und der Türkei
aufstrebende Schwellenländer, denen Experten sehr gute
Wachstumsaussichten in den kommenden Jahren bescheinigen. „Alle
Länder zeichnen sich durch eine gute demografische und
wirtschaftliche Entwicklung aus“, sagt Daniel Bauer von der
Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK).

Grundsätzlich sind bei der Geldanlage in MIST-Ländern das
Wachstumspotenzial und damit auch die Renditeaussichten besser als
in etablierten Märkten. „Aus Anlegersicht ist gegen eine Beimischung
solcher Schwellenländer-Fonds nichts zu sagen, da die Chancen auf
Wachstum in diesen Regionen größer sind als etwa in Europa oder den
USA“, bestätigt auch Jürgen Kurz von der Deutschen Schutzvereinigung
für Wertpapierbesitz (DSW). So hatte sich das Bruttoinlandsprodukt
der vier Staaten innerhalb der vergangenen zehn Jahre mehr als
verdoppelt.

Zwtl.: Aktienmärkte in Bewegung

Ein Blick auf die länderspezifischen Aktienindizes zeigt, dass
zuletzt der mexikanische IPC ebenso wie der türkische ISE National
100 und der indonesische Jakarta Composite kräftige Zuwächse
verbuchten. Während Mexiko vor allem von Rekordabsätzen im
Autoexport profitiert, sind steigende Konsum- und
Investitionsausgaben die Wachstumsmotoren in Indonesien.

Allerdings steckt hinter dem MIST-Konzept auch viel Marketing:
„Ähnlich wie alle anderen Märkte unterliegt auch der Markt für
Geldanlagen gewissen Moden. Und da man potenziellen Kunden ab und an
etwas Neues bieten muss, kommen nun die MIST-Fonds, wo bisher vor
allem die sogenannten BRICs dominierten“, erläutert Kurz. BRIC steht
für Brasilien, Russland, Indien und China.

So können Anleger auch nach dem Next-Eleven-Konzept investieren,
das ebenfalls auf Schwellenländer setzt, dabei aber insgesamt etwas
breiter aufgestellt ist. So kommen hier zu den vier MIST-Staaten
noch sieben weitere Länder mit guten Wachstumsaussichten hinzu, etwa
Pakistan, Ägypten oder Vietnam.

Zwtl.: Als Privatanleger richtig investieren

Kleinanlegern stehen verschiedene Möglichkeiten offen, um in den
MIST-Ländern zu investieren. So können sie über Fonds oder
Zertifikate in einzelnen Staaten anlegen. Daneben legte etwa die
HypoVereinsbank inzwischen ein Zertifikat auf, das gleichzeitig in
alle vier MIST-Staaten investiert. Es handelt sich dabei um ein
Indexzertifikat, das auf dem S&P SMIT 40 Index basiert.

Allerdings sollten Anleger bedenken, dass bei Fonds – anders als
bei Zertifikaten – das angelegte Kapital im Fall einer Insolvenz der
Fondsgesellschaft als Sondervermögen geschützt ist.

Abzuraten ist hingegen von Direktinvestitionen in einzelne
Unternehmen aus den MIST-Staaten. „Eine Investition in Einzeltitel
bietet sich aus unserer Sicht nicht an, da das rechtliche Umfeld für
Privatanleger nicht kalkulierbar ist“, sagt Bauer.

dapd.djn/T2013020401250/ome/K2120/rad

(Berlin)