Weinheim/Basel (dapd). Einstiegsdroge oder harmloses Vergnügen? Vielen fällt es schwer, Haschisch gegenüber eine eindeutige Position zu beziehen. Suchtexperte Helmut Kuntz will mit dem Handbuch "Haschisch. Konsum – Wirkung – Abhängigkeit – Selbsthilfe – Therapie" dabei helfen, die Risiken des Rauschmittels einzuordnen. Der Autor richtet sich an Konsumenten ebenso wie an Angehörige und Freunde.
Auf 334 Seiten führt Kuntz von der Geschichte der Droge über gängige Gebrauchsutensilien bis hin zur Frage der Legalisierung. Aus seiner Beratungspraxis schildert er authentische Muster, die eine Abhängigkeit und den Missbrauch von Haschisch begünstigen. Er beschreibt Cannabis aber auch als Heilpflanze: Der Experte stellt ihre Anwendung als Antidepressivum, als Begleiter von Aids oder als Schmerzmittel bei Krebspatienten vor. Zwar ist Haschisch in Deutschland verboten – Betroffene besorgen sich das Mittel aber häufig auf illegalen Wegen.
Kuntz widmet auch den negativen Begleiterscheinungen des Stoffes ausführliche Kapitel. "Befragungen von süchtig abhängigen Heroin- Kokain- und Crackkonsumenten zeigen in der Regel, dass viele von ihnen als erste illegale Droge Cannabis konsumiert haben", schreibt er. Haschisch gilt deshalb als Einstiegsdroge. Es könne Jugendliche in eine krankhafte "Null Bock"-Haltung führen und die Schwelle zu psychotischen Aussetzern senken, erklärt Kuntz.
Das Fazit des Autors fällt dementsprechend kritisch aus: Konsumenten, die über die nötigen Kompetenzen verfügten, könnten Haschisch zwar gut kontrollieren. "In der Realität des Drogenalltags ist Cannabis allerdings die am meisten unterschätzte illegale Rauschdroge", schreibt Kuntz.
Helmut Kuntz: "Haschisch. Konsum – Wirkung – Abhängigkeit – Selbsthilfe – Therapie", Beltz Verlag, 2012, 17,95 Euro, ISBN: 978-3-407-85949-5
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