München (dapd). Pancakes mit Ahornsirup, Rührei mit Kräutern, Wurst- und Käsespezialitäten, knuspriges Brot – am Wochenende gibt es nichts Schöneres, als den Tag mit einem ausgiebigen Frühstück zu beginnen. Für Süßschnäbel bietet Food-Bloggerin Nicole Stich in ihrem neuen Buch "Sweets" etliche schmackhafte Anregungen. "Da Frühstück und Mittagessen am Wochenende oft zusammenfallen, darf es bei der Auswahl und Herstellung der Speisen meiner Ansicht nach ruhig etwas gehaltvoller sein", sagt Stich. Ein langer Spaziergang oder etwas sportliche Betätigung am Wochenende würden eine kleine Sünde schnell wieder ausgleichen. Bei Rezepten für Gäste findet die Autorin es toll, "wenn man mit kleinem Aufwand maximale Begeisterung erwirken kann."

Ein solches Rezept sei zum Beispiel Stichs warmes Apfel-Porridge. "Schon bei der Herstellung duftet die ganze Wohnung herrlich nach Apfelkuchen", sagt die Food-Bloggerin (deliciousdays.com). Für das Porridge brate man zunächst mundgerechte Apfelstücke und braunen Zucker in Butter an. Dazu komme etwas Zimt und Muskatnuss. Nach kurzem Braten gebe man Haferflocken dazu, danach etwas Milch. "Nun lässt man die Mischung einige Minuten ziehen, damit sich die Aromen gut verbinden." Danach käme etwas kalte flüssige Sahne zum Apfel-Porridge sowie ein Schuss Ahornsirup. "Wer mag, kann die Speise vor dem Servieren mit Zimtzucker bestreuen."

Luftikus mit karamellisierten Früchten

Ein weiterer süßer Frühstücksgenuss, der sich schnell und einfach zubereiten lasse, sei der "Luftikus". "Das Rezept ist dem schwäbischen Pfitzauf nachempfunden", erläutert die Autorin. Dahinter verberge sich eine Art Pfannkuchenteig, der in einer Form im Ofen gebacken werde. "Der Teig schießt dabei am Rand der Form wunderbar luftig in die Höhe." Das Ergebnis schmecke ähnlich wie ein Kaiserschmarrn. Als unterste Schicht kämen mit Vanillezucker vermischte Aprikosen und Sauerkirschen in die Form. Diese lasse man etwa zehn Minuten im Ofen karamellisieren, darauf werde die Teigmasse gefüllt. Nach dem Backen werde der Luftikus mit Puderzucker bestäubt und serviert.

"Zu meinen süßen Frühstückslieblingen gehören definitiv auch selbst gemachte Scones", betont Stich. Auch diese stünden ohne großen Aufwand schnell auf dem Tisch. "Ich persönlich liebe Scones mit Mohn oder Cranberries", sagt die Autorin. Das Grundrezept für das englische Gebäck bestehe aus Mehl, Milch, Meersalz, Backpulver, Vanillezucker und Butter. Dazu kämen optional Mohn, Cranberries oder andere Beigaben wie Nüsse. "Nachdem man alle Zutaten gut vermengt hat, werden mit einem runden Ausstecher Teigkreise ausgestochen." Diese werden im Folgenden mit Eigelb bestrichen und in etwa 15 Minuten bei 220 Grad im Ofen gebacken. "Zu lauwarmen Scones schmecken Butter und Erdbeermarmelade oder stilecht englische clotted Cream."

Rührei mit Milch auflockern

Wer es zum Frühstück eher deftig als süß liebt oder eine Kombination aus beidem mag, findet bei Café-Besitzerin Petra Walthier feine kulinarische Anregungen. "Sehr beliebt ist bei uns Rührei in verschiedensten Variationen", sagt die Chefin des Münchner Frühstücks- und Tagescafés "Kitchenette". Walthier serviert ihren Gästen zum Beispiel Rührei mit Schinken und Kräutern, mit Tomaten und Oliven oder mit Lachs und Dill. "Für eine Portion verwenden wir drei Eier, die mit etwas Milch verquirlt werden, so wird die Masse lockerer", erläutert sie.

"Eine Alternative zum Rührei sind Eier aus dem Egg Coddler", sagt Walthier. Hierbei würden Butterflöckchen, rohes Ei, nach Belieben Schinken und Kräuter in den Coddler, ein Porzellangefäß mit Schraubverschluss, gefüllt. "Das Gefäß kommt ins heiße Wasser, wodurch die Masse gegart wird." Das Ergebnis schmecke sehr aromatisch, da das Ei beim Garprozess die Aromen der Beigaben annehme. Natürlich dürfen bei einem ausladenden Frühstück auch die Klassiker nicht fehlen: "Wir servieren zum Beispiel luftgetrockneten und gekochten Schinken, kleine Salametti, französischen Weichkäse und norwegischen Lachs", sagt die Café-Besitzerin. Dazu kämen Marmeladen, Honig und natürlich frisches Brot und Brötchen.

Speisen in der Etagere anrichten

"Als feine Extras zum Frühstück kann man zum Beispiel Feigen mit Ziegenkäsefüllung, kleine Wraps mit Hühnchencurry oder Antipasti anbieten", sagt die Expertin. Besonders gut schmecke es, wenn die Speisen schön angerichtet seien. "Wir servieren unser Kitchenette-Hausfrühstück zum Beispiel in einer dreistöckigen Etagere." Beim Servieren setzt die Gastronomin auch auf Grünzeug: "Wurst- und Käsescheiben richte ich gerne auf einem kleinen Salatbett, zum Beispiel Rucola an." Das sehe gut aus und besonders der Käse löse sich dadurch leichter von der Servierplatte ab.

dapd