Chefärzte in deutschen Krankenhäusern werden
immer häufiger leistungsabhängig bezahlt. Gab es 1995 erst in
weniger als fünf Prozent der Neuverträge eine Bonusvereinbarung, ist
dies mittlerweile bei rund der Hälfte der neu abgeschlossenen
Chefarztverträge der Fall, wie die Managementberatung Kienbaum
ermittelte.

Gummersbach (dapd). Chefärzte in deutschen Krankenhäusern werden
immer häufiger leistungsabhängig bezahlt. Gab es 1995 erst in
weniger als fünf Prozent der Neuverträge eine Bonusvereinbarung, ist
dies mittlerweile bei rund der Hälfte der neu abgeschlossenen
Chefarztverträge der Fall, wie die Managementberatung Kienbaum
ermittelte. Die Boni richteten sich oft nach
betriebswirtschaftlichen Größen wie Betriebsergebnis, Kosten- und
Erlösbudget, zum Teil aber auch nach qualitativen Kriterien wie der
Patienten- oder Mitarbeiterzufriedenheit.

Zwar seien Bonusvereinbarungen aktuell umstritten. Eine
Fundamentalkritik an Zielvereinbarungen sei mit der
Krankenhausrealität jedoch nicht vereinbar, ist
Kienbaum-Vergütungsexperte Martin von Hören überzeugt: „Auch
ärztliche Führungskräfte haben eine Mitverantwortung für eine
wirtschaftliche Klinikführung und -organisation. Allerdings muss
möglichen Fehlanreizen durch eine ausgewogene Mischung aus
wirtschaftlichen und qualitativen Zielgrößen begegnet werden“,
betont Hören.

Der Studie zufolge erhält ein Chefarzt im Durchschnitt ein
Grundgehalt von 129.000 Euro, hinzu kommen Boni von 73.000 Euro
sowie Erlöse aus der Behandlung von Privatpatienten. Allerdings sei
das Verdienstspektrum sehr groß: So gebe es Chefärzte, die insgesamt
auf einen Verdienst von 80.000 Euro pro Jahr kämen, während
Spitzenverdiener 750.000 Euro erzielten.

dapd.djn/T2013013100179/rog/K2120/mwa

(Gummersbach)