Den Literaturnobelpreis in diesem Jahr hat der französische Schriftsteller Patrick Modiano erhalten. Zum 15.Mal ging damit die Auszeichnung nach Frankreich.
Die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt – verliehen vom Nobelkomitee der Königlich-Schwedischen Akademie der Künste in Stockholm – erhielt Patrick Modiano. Der Literaturnobelpreis ist mit 870.000 Euro dotiert. Bisher war Patrick Modiano, der als skeptischer Romantiker gilt, in Deutschland eher unbekannt.
Überraschend war die Entscheidung für das Werk des Franzosen. Als Favorit galt eigentlich der Kenianer Ngugi wa Thiong’o, der allerdings leer ausging.
Erinnerung, Vergessen, Identität und Schuld – das sind die Themen, über die Patrick Modiano in seinen Werken schreibt. In seinen Büchern wie Der Horizont, in Unfall in der Nacht oder Aus tiefstem Vergessen, schreibt er über seine unglückliche Kindheit in der Pariser Nachkriegszeit.
„Ich versuche, bei den Menschen und den Dingen die Schicht des Vergessens zu durchstoßen“, sagte Mondiano, der zu den bedeutendsten französischen Schriftstellern der Gegenwart zählt.
Seine Romane sind in Deutschland im Hanser Verlag erschienen. Dazu gehören „Place de l’Étoile“ (2010), „Im Café der verlorenen Jugend“ (2012) und „Der Horizont“ (2013).
Neben dem Literaturnobelpreis erhielt der Schriftsteller bereits verschiedene Auszeichnungen wie dem Romanpreis der Académie française, den Prix Goncourt und vor zwei Jahren den Österreichischen Staatspreis für Europäische Literatur.
Geboren wurde er im Jahr 1945 in Paris als Sohn eines jüdischen Kaufmanns und einer Schauspielerin. Aufgewachsen ist er bei seinen Großeltern, seine Jugend verbrachte er im Internat. Als freier Schriftsteller arbeitet der 69-Jährige seit 1967. Seine Geschichten spielen in den Vierziger- und Sechzigerjahren des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit dem französischen Regiestar Louis Malle schrieb 1974 das Drehbuch zum Weltkriegsdrama „Lacombe, Lucien“.
Seine mehr als 20 Romane wurden alle ins Deutsche übersetzt, fanden bisher allerdings nur wenig Beachtung. Der Literaturnobelpreis könnte sein großer Durchbruch in Deutschland sein. Er selber erfuhr erst mit etwas Verspätung von seinem Preis. Er widmete seinen Preis seinem schwedischen Enkel: „Ich widme ihm diesen Preis, denn es ist sein Land.“, sagte er bei der Pressekonferenz.
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