Nicht jede Berufsausbildung hält das, was sich
Jugendliche von ihr versprochen haben. Jahr für Jahr entscheiden
sich daher tausende Auszubildende für den Abbruch: Der Anteil der
vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge liegt ziemlich konstant bei
rund 20 Prozent. Allerdings ist die Ausbildung damit tatsächlich nur
für wenige wirklich zu Ende.

Berlin (dapd). Nicht jede Berufsausbildung hält das, was sich
Jugendliche von ihr versprochen haben. Jahr für Jahr entscheiden
sich daher tausende Auszubildende für den Abbruch: Der Anteil der
vorzeitig gelösten Ausbildungsverträge liegt ziemlich konstant bei
rund 20 Prozent. Allerdings ist die Ausbildung damit tatsächlich nur
für wenige wirklich zu Ende. Einer Studie des Bundesinstituts für
Berufsbildung zufolge wechseln etwa 60 Prozent der vermeintlichen
Abbrecher ihren Ausbildungsbetrieb beziehungsweise -beruf, etwa
jeder zehnte beginnt ein Studium oder holt einen Schulabschluss
nach.

Wenn Azubis schnell merken, dass sie im Ausbildungsbetrieb nicht
glücklich werden, lässt sich der Ausbildungsvertrag noch in der
Probezeit fristlos kündigen. Ist die Probezeit abgelaufen, können
Auszubildende ihrem Ausbildungsbetrieb jederzeit ordentlich
kündigen, also mit einer Frist von vier Wochen. Der einfachste
Ausweg ist allerdings eine Vertragsauflösung in beiderseitigem
Einvernehmen.

Wer nur mit seinem Ausbilder unzufrieden ist und seine Ausbildung
in einem anderen Betrieb fortsetzen will, sollte sich nach
Möglichkeit erst bewerben und dann den alten Vertrag auflösen. Denn
Bewerber mit „ungekündigtem“ Ausbildungsvertrag zeigen, dass sie
nicht nur an einem neuen Ausbildungsplatz interessiert sind, weil
sie vom alten Ausbildungsbetrieb vor die Tür gesetzt worden sind.

Zwtl: Rechtzeitig Alternativen suchen

Außerdem sollten Auszubildende mit Wechselabsichten bedenken,
dass sie zwischen zwei Ausbildungen nur ein geringes oder – bei
weniger als zwölf Beitragsmonaten – gar kein Arbeitslosengeld
bekommen. Eine Kündigung ohne sichere Anschlussbeschäftigung ist
daher nicht ratsam.

Nicht selten allerdings werden Ausbildungsverträge noch im
letzten Lehrjahr aufgelöst – dies gilt für rund jede zehnte
abgebrochene Ausbildung. Hier dürfte der wesentliche Grund für die
Auflösung darin bestehen, dass Azubis beziehungsweise ihre Ausbilder
nicht an einen Erfolg in der Prüfung glauben.

In diesen Fällen sollten Auszubildende unbedingt nach
Alternativen zu einem Abbruch suchen. Ansprechpartner sind
beispielsweise die Ausbildungsberater der Kammern oder die
Berufsberatung der Arbeitsagentur. Die Arbeitsagenturen bieten zudem
sogenannte ausbildungsbegleitende Hilfen an. Diese reichen vom
„Stützunterricht“ zum Nachholen des Berufsschulstoffs über
praktische Trainingseinheiten bis hin zum Coaching zur Bewältigung
von Problemen im Ausbildungsbetrieb.

dapd.djn/T2012092101727/rog/K2120/mwo

(Berlin)