Berlin (dapd). Wer mit mehreren Geräten wie Notebook, Smartphone und Tablet-PC arbeitet, muss meist Dokumente und andere Dateien von einem auf das andere Gerät übertragen. Viele Nutzer verwenden dafür externe Datenträger wie USB-Sticks als Zwischenspeicher. Cloud-Dienste versprechen eine Vereinfachung der Daten-Synchronisation zwischen den Endgeräten.

Sogenannte Online-Speicher oder Online-Festplatten können eine Alternative zum Hantieren mit USB-Sticks sein. Sie stellen auf Internetservern Speicherplatz zur Verfügung. Der Nutzer schickt die Daten via Internet in die Cloud (Datenwolke). Das geschieht ähnlich wie beim Online-Banking verschlüsselt. "Der Vorteil von Online-Speichern ist, dass man jederzeit von überall auf diese Daten zugreifen kann. Egal wo man sich befindet, hat man in der mobilen Welt immer Zugang zum selben Datenbestand", sagt Martin Blöchinger, Geschäftsführer des Onlineportals cloudsider, das regelmäßig Cloud-Dienste testet.

Zu Hause bearbeitete Dokumente können nach Ablage in der Cloud später von unterwegs mit dem Notebook weiterbearbeitet werden. Ebenso einfach lassen sich Terminkalender oder Adressbuch aktualisieren. Außerdem können die in der Cloud abgelegten Daten auf Wunsch auch geteilt werden, also für ausgewählte Freunde und Bekannte zugänglich gemacht werden.

Ein weiterer Pluspunkt von Online-Speichern ist Blöchinger zufolge die Sicherung von Daten. "Festplatten können kaputtgehen und persönliche Dateien wie Fotos, Videos oder Adresslisten werden unwiderruflich vernichtet", sagt der Experte. Bei professionellen Cloud-Diensten dagegen werde alles doppelt abgespeichert. Im Falle eines Serverausfalls, sorge technisch eine parallele Infrastruktur dafür, dass die Daten der Nutzer nicht verloren gehen. Besonders hilfreich sei zudem, dass bei guten Anbietern von Online-Speichern der Datenbestand automatisch synchronisiert wird.

Die Zahl der Cloud-Anbieter für private Nutzer steigt stetig. Zu den bekanntesten zählen etwa Dropbox, Google Drive, Strato HiDrive, iCloud, MyDrive oder Microsoft SkyDrive. "Viele Firmen bieten ein Speichervolumen von 2 bis 5 Gigabyte (GB) gratis an. Darüber hinaus kostet ein Gigabyte im Durchschnitt zwischen fünf und zehn Cent pro Monat", sagt Blöchinger. Weil die meisten Nutzer langfristig ein höheres Speichervolumen benötigen, lohnt sich ein gründlicher Preis-Leistungs-Vergleich unter den zahlreichen Anbietern.

Ein anders Kriterium ist der Datenschutz. Viele Verbraucher haben Vorbehalte. Aus datenschutzrechtlichen Gründen seien Cloud-Anbieter empfehlenswert, deren Server sich in Deutschland oder innerhalb der EU befänden, sagt der Justiziar des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW), Michael Neuber. "In diesen Fällen gelten das Bundesdatenschutzgesetz oder die EU-weit harmonisierten Datenschutzrichtlinien."

Für die Erhebung und Nutzung personenbezogener Daten gebe es hier strenge Vorgaben, sagt Neuber. So müsse der Nutzer zu jeder Verwendung seiner personenbezogenen Daten über den Zweck der Vertragserfüllung hinaus grundsätzlich seine Einwilligung erteilen. Bei jeder Änderung müsse der Nutzer informiert und seine Einwilligung eingeholt werden.

Ganz anders sieht es bei Cloud-Anbietern aus, deren Server beispielsweise in den USA stehen. Wer seine privaten Dokumente hier lagert, hat keine so umfassende Kontrolle darüber. Neuber rechnet damit, dass sich große Anbieter von Cloud-Diensten künftig zertifizieren lassen und die Vorgaben des deutschen Datenschutzgesetzes einhalten, um sich von unseriösen Angeboten abzugrenzen und Nutzern einen besseren Überblick geben zu können.

Unabhängig davon müsse aber jeder Nutzer grundsätzlich selbst überlegen, welche persönlichen Daten, Fotos und Dokumente er in der Cloud abspeichern will. Ebenso sollte man stets auf eine gute Passwortstärke achten. "Um ein Passwort sicher zu machen, hilft es ungemein, wenn man Großbuchstaben, Kleinbuchstaben, Ziffern und Sonderzeichen benutzt", rät Neuber. Mögliche Risiken bei der Nutzung von Online-Speichern seien minimierbar. Eine 100-prozentige Sicherheit gebe es aber hier ebenso wenig wie bei E-Mail-Konten, beim Online-Banking oder bei sozialen Netzwerken.

dapd