Dem Pfund stehen harte Zeiten bevor

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Das Brexit-Votum hatte nicht nur in den Medien breite Wellen geschlagen. Auch in der Wirtschaft und auf den Finanzmärkten hat der per Bürgerentscheid beschlossene Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union für jede Menge Bewegung gesorgt. Die britische Nationalbank reagierte mit britischer Gelassenheit.

Die Bank of England gilt als eine der angesehensten Institutionen des Landes und war schon oft zentraler Akteur auf dem internationalen Finanzmarkt. Die Bank mit Sitz in der Threadneedle Street, die bereits 1694 gegründet wurde und bereits Finanzkrisen in den Weltkriegen, der Großen Depression oder den Pfundturbulenzen 1992 durchlebt hat, steht nun im Zuge des Brexits erneut im Fokus. Entgegen vieler Erwartungen hat der Gouverneur Mark Caney den Leitzins nicht verändert, sondern bei 0,5 Prozent gelassen und somit einem Kursverfall des britischen Pfund entgegengewirkt.

Erwartete Turbulenzen auf dem Finanzmarkt – Die Lage scheint sich für die Briten in den kommenden Monaten zuzuspitzen. Da Großbritannien stets zu den großen Gewinnern der Globalisierung gehörte, könnte das Votum, welches sich gegen eine Politik offener Grenzen aussprach, erhebliche Konsequenzen für die britische Wirtschaft und ihre Währung zur Folge haben. So hat der Euro im internationalen Devisengefüge einen Nachfolger als Unruhherd gefunden.

Der Chefökonom der Bank of America, Ethan Harris prophezeit große Unruhen: „Investoren sollten in den kommenden Monaten auf Erschütterungen gefasst sein“. Dass die Briten unbeschadet den EU-Austritt überstehen, sei reines Wunschdenken. Er erwartet spätestens 2017 die eintretende Rezension: „Die Optimisten werden von der Realität eines Besseren belehrt werden“. Und Harris Befürchtungen scheinen nicht ganz unberechtigt. Denn bereits jetzt wurden etliche Investitionsentscheidungen auf der Insel zurückgezogen und auch der Immobilienmarkt sowie Fonds müssen erste Turbulenzen feststellen.

Auch EU kann Leidtragender werden – Bei entsprechender Verhandlungsführung der Briten, ist eine Spaltung der Europäischen Union nicht gänzlich auszuschließen. „Die aktuell gelassene Stimmung an den Märkten spiegelt die Hoffnung wider, dass Europa am Ende kapituliert und den Briten einen für sie vorteilhaften Deal anbieten wird“, schätzt Harris die Lage ein. Dies sei jedoch reines Wunschdenken begegnet der Amerikaner. So oder so ist eines gewiss: Bis zum Abschluss der Verhandlungen in einigen Jahren wird die britische Wirtschaft stets ein Gefühl der Unsicherheit verspüren.

Quelle: Die Welt

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2018-02-12T15:44:56+00:00