Der Bau eines Hauses ist für die meisten Menschen
die größte Investition in ihrem Leben. Damit es am Ende nicht teurer
wird als eigentlich nötig, muss zuvor möglichst jedes Detail klug
geplant werden. „Beim Neubau gibt es einige typische Kostenfallen,
die Bauherren möglichst umgehen sollten“, sagt Peter Breitfeld,
Berater beim Bauherren-Schutzbund.
Berlin (dapd). Der Bau eines Hauses ist für die meisten Menschen
die größte Investition in ihrem Leben. Damit es am Ende nicht teurer
wird als eigentlich nötig, muss zuvor möglichst jedes Detail klug
geplant werden. „Beim Neubau gibt es einige typische Kostenfallen,
die Bauherren möglichst umgehen sollten“, sagt Peter Breitfeld,
Berater beim Bauherren-Schutzbund.
Oft wird zu knapp kalkuliert. „Es ist besser, etwas großzügiger
an das Projekt heranzugehen, als am Ende Finanzierungslücken
beklagen zu müssen“, sagt Breitfeld. Doch dabei das richtige Maß zu
finden, ist nicht einfach. Denn die Höhe des möglichen Kredits hängt
wesentlich davon ab, wie hoch das Haushaltseinkommen der Bauherren
ist.
„Sie sollten sich nicht übernehmen und beachten, dass nach Abzug
der Zins- und Tilgungsraten ausreichend Geld zum Leben für die
Familie übrig bleibt“, betont der Experte. Die Banken gehen
üblicherweise davon aus, dass wenigstens 40 Prozent der monatlichen
Einkünfte der Antragsteller für den normalen Lebensunterhalt
unangetastet bleiben müssen. Hinzu kommen die zu kalkulierenden
Betriebskosten des geplanten Objektes nach seiner Fertigstellung.
Zwtl.: Investition in die Planung lohnt sich
Bei engem Budget ist es besonders wichtig, unnötige Kosten zu
vermeiden. Die lauern zum Beispiel im Baugrund. „Wer sich das
Bodengutachten spart, riskiert, dass die Finanzierung ins Wanken
gerät“, warnt Breitfeld. Besser ist es, die 700 bis 1.000 Euro zu
investieren und schon bei der Planung zu wissen, wie das Haus
gegründet und abgedichtet werden muss.
Denn wenn erst beim Aushub der Baugrube sichtbar wird, dass der
Keller anders als geplant gebaut und abgedichtet werden muss, um
Schichten- oder Grundwasser Rechnung zu tragen, ist guter Rat teuer.
Dann sind nicht selten Mehrkosten von 10.000 bis 15.000 Euro fällig
oder das Haus muss ohne Keller gebaut werden.
Ins Geld geht es auch, wenn im Bau- und Leistungsverzeichnis
wichtige Leistungen fehlen. „Was nicht im Vertrag steht, muss die
Baufirma nicht leisten“, erläutert Breitfeld. Doch viele Bauherren
ignorieren das und unterschreiben, was die Baufirma ihnen vorlegt.
Erst danach fangen sie an nachzudenken, wie das Haus eigentlich
gebaut werden soll und welche Ausstattung es haben soll. „Dann
müssen sie einen teuren Vertragsnachtrag nach dem anderen
verhandeln. Nicht selten wird dadurch der bestehende
Finanzierungsrahmen gesprengt“, weiß der Bauberater.
Überrascht sind manche Bauherren, dass Anbieter von
schlüsselfertigen Häusern die Anschlüsse für Wasser, Strom und Gas
nicht direkt ins Haus legen. Ihre Verantwortung endet einen Meter
außerhalb des Fundaments. „Anstatt zum Zeitpunkt der
Gesamtkostenermittlung gleich auf die Versorger zuzugehen und sich
Kostenvoranschläge geben zulassen, lassen sich die Kunden oft mit
pauschalen Schätzungen abspeisen“, so die Erfahrung des
Bauherren-Schutzbundes. Das böse Erwachen folgt spätestens dann,
wenn die Anträge bei den Versorgern für die Hausanschlüsse gestellt
werden und diese ihre Rechnung aufmachen.
Zwtl.: Kostenfalle Eigenleistung
Eigenleistungen von Freunden, Angehörigen und Bekannten sollen
eigentlich Geld sparen. Aber die Praxis zeigt, dass auch sie sich
zur Kostenfalle entwickeln können. „Fliesen, Malern, Bodenbeläge
verlegen – das erscheint auf den ersten Blick nicht besonders
schwer. Durchschnittlich handwerklich begabte Menschen trauen sich
das in der Regel zu“, weiß Breitfeld aus Erfahrung.
Während der Arbeit stellt sich dann heraus, dass es gar nicht so
einfach ist, diese Leistungen in der erforderlichen Qualität zu
bringen. „Am Ende müssen dann doch teure Fachfirmen herangezogen
werden.“ Auch das ist ein Posten, der bei der ursprünglichen
Finanzierung nicht eingeplant wurde.
Wenn das Geld knapp ist, kommen behördliche Rechnungen besonders
ungelegen. Grunderwerbssteuer, Gebühren für den Eintrag ins
Grundbuch, Vermessungskosten, Kosten für den Prüfstatiker,
Schornsteinfeger – solche Nebenkosten können sich erheblich
summieren. Wer sie unterschätzt, riskiert eine Lücke in der
Finanzierung, die sich nur schwer schließen lässt.
Am besten ist es, sich vor dem Abschluss eines Kauf- oder
Bauvertrags von einem unabhängigen Experten beraten zu lassen. Der
Kostenaufwand dafür hält sich in Grenzen. Dafür erhält man
weitgehend Planungssicherheit und ist vor bösen Überraschungen
geschützt.
dapd.djn/T2013032100372/kaf/K2120/mwo
(Berlin)