Warum haben Frauen eine höhere Lebenserwartung als Männer? © contrastwerkstatt – Fotolia.comAuf der ganzen Welt haben Frauen eine höhere Lebenserwartung als die Männer. Doch worin liegen die Gründe, die den Frauen ein längeres Leben beschaffen?  Liegt es daran, dass  in der klassischen Rollenverteilung der Geschlechter Männer mehr arbeiten oder sich vielleicht einfach ungesünder ernähren? Forscher beschäftigen sich schon länger mit dem global auftretenden Phänomen und die hundertprozentige Erkenntnis konnte dabei noch nicht erlangt werden. Allerdings gibt es Ansätze die Unterschiede zu erklären.

Global gibt es etwa 700 sogenannte “Supercentenarians“, also Menschen die 110 Jahre oder mehr auf dem Buckel haben. 90 Prozent dieser Menschen sind übrigens weiblichen Geschlechts. In Deutschland werden Frauen durchschnittlich 83 Jahre alt, während Männer es im Schnitt nur auf 78 Jahre schaffen. In Russland liegt der durchschnittliche Unterschied sogar bei zehn Jahren.

Wie die Zeit berichtet, werden die unterschiedlichen Lebenserwartungen durch ein vielschichtiges Wechselspiel von Genen und Umwelt  bedingt. Frauen erringen einen Vorteil durch die Existenz des doppelten X-Chromosoms, auf dem sich Erbanlangen und Abschriften befinden, die wiederum wichtig für das Immunsystem sind. Wenn eines dieser Chromosomen beschädigt ist, kann der weibliche Körper auf das zweite vorhandene X-Chromosom zurückgreifen. Den Männern bleibt dies verwehrt, da sie anstelle dessen über ein Y-Chromosom verfügen. Des Weiteren wird vermutet, dass Männern ein hormoneller Nachteil in die Wiege gelegt wurde. Insbesondere Heranwachsende des vermeintlich überlegenen Geschlechts neigen durch das Hormon Testosteron zu riskanteren Aktivitäten und sterben daher häufiger an Unfällen.

Doch einen wesentlich größeren Einfluss auf die Lebenserwartung nimmt der ausgewählte Lebensstil. So leben Mönche im Schnitt vier Jahre länger als der Durchschnittsmann, da er einen routinemäßigen Alltag vorweisen kann, vergleichsweise weniger Stress und einen überschaubaren Verzehr von alkoholischen Getränken.

In der Regel bestimmt die Geschlechterrolle unseren Lebensstil. So ist es kein Geheimnis, dass Frauen mehr auf eine ausgewogene Ernährung achten, öfter Arztbesuche wahrnehmen, weniger Alkohol trinken und sich mehr bewegen.

Allerdings können die Männer auch mal aufatmen, denn die Tendenz geht dahin, dass sich nicht nur die Geschlechterrollen immer mehr angleichen, sondern damit verbunden auch die durchschnittliche Lebenserwartung. Ferner ist eine Entwicklung zu erwarten, in der Menschen beider Geschlechter in Zukunft immer älter werden. Experten rechnen damit, dass es in dreißig Jahren etwa eine Millionen Hundert-Jährige in Deutschland gibt.

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