Eigentumswohnungen, vor allem in Ballungsgebieten,
sind derzeit sehr begehrt. Sie gelten als lukrative Geldanlage und
Schutz vor steigenden Mieten. Und zumindest kleinere Wohnungen sind
auch mit kleinerem Budget erschwinglich. Doch der Erwerb einer
Eigentumswohnung hat seine Tücken und weist gegenüber dem Hauskauf
einige Besonderheiten auf.

Berlin (dapd). Eigentumswohnungen, vor allem in Ballungsgebieten,
sind derzeit sehr begehrt. Sie gelten als lukrative Geldanlage und
Schutz vor steigenden Mieten. Und zumindest kleinere Wohnungen sind
auch mit kleinerem Budget erschwinglich. Doch der Erwerb einer
Eigentumswohnung hat seine Tücken und weist gegenüber dem Hauskauf
einige Besonderheiten auf. „Interessenten sollten sich gründlich
überlegen, ob diese Form des Eigentums für sie infrage kommt“, rät
Sandra Weeger-Elsner vom Verbraucherschutzverein „Wohnen im
Eigentum“. Denn anders als Hauseigentümer können Wohnungseigentümer
vieles nicht allein entscheiden. Wenn sie zu einer
Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) gehören, müssen sie sich an die
Regeln des Wohnungseigentümergesetzes halten. Und das kann
anstrengend und teuer werden.

Bei allen Fragen, die das Gemeinschaftseigentum betreffen, das
sind beispielsweise die Außenanlage, Wände, Fenster oder Dach,
müssen die Miteigentümer einbezogen werden. Auch finanziell. Jeder
Wohnungseigentümer zahlt seinen Anteil für die Verwaltung und
Instandhaltung des Gemeinschaftseigentums. „Wird beispielsweise eine
Reparatur des Daches erforderlich, trägt jeder Wohnungseigentümer
die Kosten hierfür nach dem Verhältnis seines Miteigentumsanteils“,
erläutert Dirk Solveen von der Rheinischen Notarkammer. Regelmäßige
Verwaltungs- und Instandhaltungskosten werden durch das von den
Wohnungseigentümern zu entrichtende Wohngeld gedeckt. Für
außerordentliche Maßnahmen können Sonderumlagen erhoben werden.
„Besteht Renovierungsbedarf und hat die Eigentümergemeinschaft keine
ausreichende Instandhaltungsrücklage gebildet, kann hier auf den
Erwerber eine erhebliche Kostenbelastung zukommen“, sagt Solveen.

Zwtl.: Gemeinschaftseigentum verpflichtet

Er rät Käufern, sich vor Vertragsabschluss genau über den Zustand
des Gemeinschaftseigentums zu informieren und nach etwaigen
Anhaltspunkten für eine künftig zu beschließende Sonderumlage zu
forschen. Aufschluss können die Protokolle der
Eigentümerversammlungen, Wirtschaftspläne, die Beschlusssammlung der
WEG sowie eine Nachfrage beim Verwalter geben. Aus den Unterlagen
sollte auch ersichtlich sein, ob alle Miteigentümer ihre
finanziellen Beiträge regelmäßig zahlen.

Wer diese Recherchen unterlässt und die Wohnung ungeprüft kauft,
kann böse Überraschungen erleben. Gegebenenfalls muss er für die
Schulden seines Voreigentümers aufkommen, warnt die Rheinische
Notarkammer. Denn die Gemeinschaftsordnung kann vorsehen, dass der
Erwerber auch für Rückstände des Voreigentümers haftet. Das kann den
Wert der Wohnung beträchtlich schmälern.

Dagegen steigern sogenannte Sondernutzungsrechte Wert und
Attraktivität der Wohnung. Das sind Flächen, die zum
Gemeinschaftseigentum der Eigentümergemeinschaft gehören und
einzelnen Eigentümern zur Nutzung überlassen werden. Dazu gehören
zum Beispiel Keller, Terrassen, Parkplätze oder Gartenflächen. Der
Inhaber kann darüber verfügen und anderen die Nutzung verweigern.
„Käufer sollten Sondernutzungsrechte möglichst gleich mit der
Wohnung erwerben“ rät Sandra Weeger-Elsner. Und sie sollten ihre
Nutzungsrechte ins Grundbuch eintragen lassen. „So sind sie auf der
sicheren Seite, dass diese Rechte zur Wohnung gehören.“

dapd.djn/T2012122001618/kaf/K2120/mwo

(Berlin)