Bad Ditzenbach/München (dapd). Still oder mit Kohlensäure? Wer auf diese Frage "Mit Kohlensäure" antwortet, muss das nicht auf ein Getränk beziehen. Er kann auch im Begriff sein, ein Bad zu nehmen. Denn Kohlensäurebäder regen die Durchblutung an und verbessern die Sauerstoffaufnahme der Lunge, berichtet Jürgen Kleinschmidt, medizinischer Balneologe und Vertreter des Deutschen Wellness Verbandes.

"Das Kohlendioxid dringt durch die Haut in den Körper ein, erweitert dort die kleinen Blutgefäße und verbessert so den Blutfluss." Aus diesem Grund seien CO2-Bäder für Menschen mit Gefäßerkrankungen oder Durchblutungsstörungen oft sehr heilsam. Zudem wirke die Kohlensäure im Wasser auch keimreduzierend, was der Wundheilung gut tun könne.

Weil die Kohlensäure bei sehr warmen Temperaturen schnell aus dem Wasser entweicht, weisen Kohlensäurebäder nicht nur in der Therme sondern auch in der Badewanne maximal 34,5 Grad Celsius auf. Doch die Rezeptoren der menschlichen Haut nähmen kohlensäurehaltiges Wasser rund zwei Grad Celsius wärmer wahr, als es eigentlich ist, erklärt Michael Skorzak, Betriebsleiter der Bad Ditzenbacher Vinzenz Therme, die für ihr kohlensäurehaltiges Quellwasser bekannt ist. "So hat man den positiven und belebenden Effekt, ohne dabei zu frösteln."

Nebenbei verbessere das Bad auch die Durchblutung der Haut, fügt Jochen Scheibe vom Verband Deutscher Badeärzte hinzu: "Sie rötet sich dabei ein wenig, aber das klingt schon einige Minuten nach dem Bad wieder ab." Durch die Erweiterung der Blutgefäße sinke außerdem die Druckarbeit des Herzens, was Puls und Blutdruck beruhige. Ein Vollbad dauere ungefähr 20 Minuten, danach empfehle sich eine Ruhezeit von bis zu zwei Stunden: "In dieser Nachphase erholt sich der Körper." Und sei hinterher idealerweise in bester Verfassung, sagt Badebetriebsleiter Skorzak: "Drei Viertel unserer Gäste kommen nicht aus medizinischen Gründen, sondern allein wegen des Wohlfühlfaktors. Sie fühlen sich anschließend entspannt, frisch und wie neu geboren."

Zwar könnte man die Bäder theoretisch auch mit einigen Litern Mineralwasser in der eigenen Wanne durchführen, meint Skorzak: "Aber der Aufwand wäre zu groß, das macht kein Mensch." Stattdessen empfiehlt er eine Therme – wahlweise mit großem Becken oder mit einzelnen Wannenbädern.

Weitere Informationen gibt es gegen eine Versandkostenpauschale von 2 Euro in der Broschüre "Wasser ist mehr" des Deutschen Heilbäderverbandes, Tel. (030) 24 63 692-0, Mail: info@dhv-berlin.de

dapd