Arbeitgeber, die ein Trainee-Programm
ausdrücklich für Berufseinsteiger ausschreiben, verstoßen nicht
gegen das Verbot der Altersdiskriminierung. Das entschied das
Hessische Landesarbeitsgericht und wies damit die Klage eines
Rechtsanwalts zurück.

Frankfurt/Main (dapd). Arbeitgeber, die ein Trainee-Programm
ausdrücklich für Berufseinsteiger ausschreiben, verstoßen nicht
gegen das Verbot der Altersdiskriminierung. Das entschied das
Hessische Landesarbeitsgericht und wies damit die Klage eines
Rechtsanwalts zurück.

In dem Fall, auf den der Frankfurter Bund-Verlag aufmerksam
macht, hatte ein Versicherungsunternehmen mehrere Trainee-Stellen
für Juristen ausgeschrieben und von Bewerbern unter anderem einen
„sehr guten Hochschulabschluss, der nicht länger als ein Jahr
zurückliegt“, verlangt. Als die Bewerbung des Rechtsanwalts, der
sein Staatsexamen vor fast zehn Jahren abgelegt hatte, abgelehnt
wurde, klagte dieser auf Schadenersatz, da er aufgrund seines Alters
benachteiligt worden sei.

Vor Gericht blieb die Klage erfolglos. Zwar sei die
Stellenausschreibung „mittelbar diskriminierend“, da Bewerber mit
länger zurückliegendem Abschluss regelmäßig über 30 Jahre alt seien.
Diese Diskriminierung sei jedoch nicht rechtswidrig, da der
Arbeitgeber an der Einstellung eines Berufsanfängers für ein
Trainee-Programm ein legitimes Interesse habe.

(Aktenzeichen: Hessisches Landesarbeitsgericht 7 Sa 615/11)

dapd.djn/T2012090701934/rog/K2120/mwa

(Frankfurt/Main)