Abgelehnte Bewerber können auch dann Anspruch auf
Schadenersatz wegen Diskriminierung haben, wenn der Arbeitgeber gar
keinen Bewerber eingestellt hat. Das entschied das
Bundesarbeitsgericht und verwies damit die Klage eines
IT-Entwicklers an die Vorinstanz zurück.

Erfurt (dapd). Abgelehnte Bewerber können auch dann Anspruch auf
Schadenersatz wegen Diskriminierung haben, wenn der Arbeitgeber gar
keinen Bewerber eingestellt hat. Das entschied das
Bundesarbeitsgericht und verwies damit die Klage eines
IT-Entwicklers an die Vorinstanz zurück.

Der zum Zeitpunkt der Bewerbung 53-jährige Softwareentwickler
hatte sich auf eine Stellenanzeige beworben, in der zwei
freiberufliche Mitarbeiter „zwischen 25 und 35 Jahren“ gesucht
wurden. Das beklagte Unternehmen lud den Kläger nicht zum
Bewerbungsgespräch ein, stellte letztlich aber niemanden ein.

Während sowohl das Arbeits- als auch das Landesarbeitsgericht
daher die Schadenersatzklage des Bewerbers wegen
Altersdiskriminierung ablehnten, errang der Kläger vor dem
Bundesarbeitsgericht einen Teilerfolg. Ein Verstoß gegen das
Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz sei nicht bereits deswegen
ausgeschlossen, weil kein anderer Bewerber eingestellt worden sei.

Das Landesarbeitsgericht muss nun prüfen, ob der Kläger
grundsätzlich für die ausgeschriebene Stelle qualifiziert war und ob
er wegen seines Alters nicht eingestellt wurde.

(Aktenzeichen: Bundesarbeitsgericht 8 AZR 285/11)

dapd.djn/T2012082402551/rog/K2120/mwa

(Erfurt)