Verbraucherschützer lehnen die von der EU geplante
Privatisierung der Wasserwirtschaft ab. Die Wasserversorgung in
Deutschland zu privatisieren, sei ein schlechtes Geschäft für die
Verbraucher, sagte Otmar Lell vom Bundesverband der
Verbraucherzentralen dem ZDF-Wirtschaftsmagazin „WISO“ (Ausstrahlung
am 8. April, 19.25 Uhr). Dies könne dazu führen, dass die Preise
steigen und die Qualität sinkt.
Mainz (dapd). Verbraucherschützer lehnen die von der EU geplante
Privatisierung der Wasserwirtschaft ab. Die Wasserversorgung in
Deutschland zu privatisieren, sei ein schlechtes Geschäft für die
Verbraucher, sagte Otmar Lell vom Bundesverband der
Verbraucherzentralen dem ZDF-Wirtschaftsmagazin „WISO“ (Ausstrahlung
am 8. April, 19.25 Uhr). Dies könne dazu führen, dass die Preise
steigen und die Qualität sinkt.
Eine EU-Richtlinie für die Wasserwirtschaft sieht vor, dass
Konzessionen zur Wasserversorgung künftig ausgeschrieben werden
sollen. In Deutschland wären davon zwischen 400 und 800 bislang in
kommunaler Regie geführte Wasserwerke betroffen. Die Richtlinie wird
auch vom Deutschen Städtetag kritisiert. Die Europäische
Bürgerinitiative „Wasser ist ein Menschenrecht“ sammelte mehr als
eine Million Unterschriften, um damit den Brüsseler
Liberalisierungskurs zu stoppen.
Verbraucherschützer Lell sagte, eine öffentliche Wasserversorgung
sei besser als die privatisierte Alternative, müsse aber künftig
wirksamer als bislang kontrolliert werden. „Wir brauchen eine
Bundeswasseragentur, die die Unternehmen zur Transparenz zwingt.“
Bei den Wasserpreisen wisse heute kein Verbraucher, wofür er sein
Geld bei der Wasserrechnung ausgebe.
Auch der Präsident des Bundeskartellamts, Andreas Mundt, verlangt
eine stärkere Kontrolle der Wasserwirtschaft. „Wir brauchen eine
kartellrechtliche Aufsicht in diesem Bereich“, sagte Mundt dem
Magazin „WISO“. Denn die Kommunalaufsicht schaue bei den
Wasserpreisen doch eher darauf, dass Kosten und Gebühren im Einklang
stünden. Das Bundeskartellamt würde dagegen zusätzlich darauf
achten, „dass die Kosten nicht aus dem Ruder laufen“.
dapd.djn/T2013040700456/mwa/iha
(Mainz)