Wer trotz starken Schneefalls vor einem Gebäude mit
Schrägdach parkt, kann vom Gebäudeeigentümer keinen Schadensersatz
verlangen, wenn eine Schneelawine das Auto beschädigt. Das entschied
das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen: I-9 U 119/12).

Hamm (dapd). Wer trotz starken Schneefalls vor einem Gebäude mit
Schrägdach parkt, kann vom Gebäudeeigentümer keinen Schadensersatz
verlangen, wenn eine Schneelawine das Auto beschädigt. Das entschied
das Oberlandesgericht Hamm (Aktenzeichen: I-9 U 119/12). In dem Fall
hatte der geschädigte Autobesitzer mit der Begründung Schadenersatz
verlangt, dass der Gebäudeeigentümer seine Verkehrssicherungspflicht
verletzt habe, weil am Dach ein Schneefanggitter fehlte.

Das sah das Gericht anders. Demnach bestand keine gesetzliche
Verpflichtung, ein solches Gitter anzubringen. Zudem war das Dach
auch nicht so steil, dass der Eigentümer davon ausgehen musste, dass
bei starkem Schneefall eine Gefahr für abgestellte Autos droht.
Außerdem war dem Eigentümer nicht zuzumuten, sein Dach selbst vom
Schnee zu räumen. Dafür sei die Eigengefahr zu groß, urteilte das
Gericht.

Auch eine Warnung vor möglichen Dachlawinen in Form eines
Hinweisschildes musste der Eigentümer nicht anbringen. Dem
Autofahrer hätte klar sein müssen, dass möglicherweise Schnee vom
Dach fallen kann oder er hätte sein Auto an einer anderen Stelle
abstellen müssen.

dapd.djn/T2012121401262/ome/K2120/rad

(Hamm)