Nürnberg (dapd). Sie lindern Beschwerden und retten Leben: Operationen sind für Ärzte ganz alltägliche Eingriffe. Für die betroffenen Patienten allerdings nicht. Allein das Wort löse bei den meisten Menschen Ängste aus, sagt Claudia Schlund von der Nürnberger Beratungsstelle der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD): "Patienten sorgen sich vor allem über die Narkose, über mögliche Komplikationen und die Zeit nach dem Eingriff."
Ein mulmiges Gefühl zu haben, sei vor einer OP natürlich ganz normal. Problematisch werden die Sorgen, wenn sie Patienten innerlich so beschäftigen, dass sie beim Gespräch mit dem Arzt vor Aufregung gar nicht mehr richtig zuhören können. "Wir erleben immer wieder Patienten, die durch ihre Sorgen geradezu blockiert sind und dadurch nicht wissen, ob der Eingriff die richtige Entscheidung für sie ist."
Um diesem Teufelskreis vorzubeugen, sei es wichtig, frühzeitig offen über die eigenen Ängste zu sprechen. Ansprechpartner dafür können zunächst der Partner, nahe Angehörige oder gute Freunde sein. "Auch im Arztgespräch sollte die Angst thematisiert werden", rät die Expertin. Wichtig sei es hier, sich im Vorfeld genaue Gedanken zu machen und seine Befürchtungen aufzuschreiben, damit man nichts vergisst.
Wenn die Angst trotz ausführlicher Informationen über die Operation bestehen bleibe, gebe es weitere Möglichkeiten, ihr zu begegnen, sagt Schlund: "Zum Beispiel Entspannungstechniken oder beruhigende Musik." Direkt vor einem Eingriff können auch gezielt angstlösende Medikamente eingesetzt werden.
dapd
