Münster (dapd). Für Bewerber ist das Thema Gehalt natürlich von großem Interesse. Trotzdem sollte man Geldfragen im Vorstellungsgespräch höchst behutsam angehen. "In der Regel spricht der Personaler die Gehaltsfrage am Ende des Termins an, manchmal kommt das Thema aber auch erst in der zweiten Gesprächsrunde auf den Tisch", sagt Jobcoach Susanne Gehring aus Münster.

In dieser Situation sei es besonders wichtig, dass der Bewerber seinen Marktwert gut einschätzen könne. "Man sollte dann noch mal kurz zusammenfassen, wer man ist, was man zu bieten hat – und warum man sein Geld wert ist", sagt Gehring. Sonderzahlungen wie Prämien und andere betriebliche Zusatzzahlungen seien nicht in den Bruttogehältern enthalten. Daher sei es sinnvoll, bei Gehaltsverhandlungen Jahresgehälter zu nennen.

"Geben Sie Ihren Gehaltswunsch am besten nicht als feste Summe an, sondern nennen sie eine gewisse Spanne", rät die Karriereexpertin. Allerdings müsse man dann auch damit leben können, wenn der Arbeitgeber den kleinsten Betrag wählt.

Es könne auch vorkommen, dass das Thema Gehalt von Unternehmensseite überhaupt nicht angesprochen wird. "Ich halte es für ungünstig, in diesem Fall als Bewerber die Initiative zu ergreifen und nach der Bezahlung zu fragen", sagt Gehring. Dadurch erwecke man schnell den Eindruck, die eigene Arbeitsmotivation sei nur mit Geld zu wecken.

"Warten Sie stattdessen ab, welche Summe schließlich im Vertrag steht, falls Sie eine Zusage bekommen", rät die Expertin. Der Bewerber dürfe in dieser Phase durchaus noch Änderungen vorschlagen. Allerdings müsse man auch hier aufpassen, dass man die Gegenseite nicht durch überzogene Forderungen verprelle. "Falls Ihnen die gebotene Summe nicht zusagt, bieten Sie dem Arbeitgeber einen Kompromiss zwischen Ihrem Gehaltswunsch und seinen Vorstellungen an", empfiehlt Gehring.

dapd