Stuttgart (dapd). Netzwerkkabelbuchsen zum Verbinden mit dem Internet sucht der Nutzer bei neuen mobilen Computern vergeblich. Smartphones und Tablets wählen sich meist über drahtlose Verbindungen ins WWW ein. Dabei kann sich der WLAN-Empfang in den eigenen vier Wänden schwierig gestalten, vor allen Dingen, wenn mehrere Stockwerke zwischen dem Standort des Routers und dem mobilen PC liegen. Laut Hannes Rügheimer von der Fachzeitschrift "Connect" stören Stahlbetondecken massiv den Empfang, es genügen aber auch schon normale Wasserleitungen, um den Internetgenuss im Haus oder auf der Terrasse zu trüben.
In Fällen schlechten WLAN-Empfangs empfiehlt er zunächst einen Blick auf den Router selbst. Dieser soll mehr als eine Antenne haben und den Sendestandard "802.11n" unterstützen. Bei allen aktuellen Modellen sei dies gegeben, doch wer einen mehr als fünf Jahre alten Router verwende, solle diesen austauschen. "Es kann gut sein, dass sich dann das Problem mit dem WLAN-Empfang schon löst", sagt der Fachmann.
Doppelte Reich- und halbe Bandbreite
Ansonsten empfiehlt er einen sogenannten Repeater für die Steckdose, welcher das Signal des Routers entsprechend verstärkt. Das bringe "ganz grob" eine Verdoppelung der Reichweite, allerdings geht die Geschwindigkeit entsprechend zurück: "Im Prinzip nehme ich die Hälfte der Bandbreite." Deutlich langsamer liefen die Daten auch bei Netzwerkadaptern, die ebenfalls in die Steckdose kommen und im entsprechenden Raum WLAN abstrahlen. Die Signale werden zuvor über das Stromnetz weitergegeben.
Rügheimer empfiehlt jedenfalls, den Repeater auf halbem Weg zwischen dem Router und den Räumen einzustöpseln, wo man drahtloses Internet empfangen möchte. Die Konfiguration gehe in der Regel sehr einfach per Knopfdruck, vor allem beim FritzWLAN Repeater 310, der aus einem Test der Fachzeitschrift "Computerbild" als Sieger hervorging. "Noch nach vier Wänden beträgt die Datenrate 30 Mbps. Das reicht locker für HD-Videos übers Netz", lautet das Fazit. Der Router alleine brächte hier nur ein Fünfzehntel an Sendeleistung.
Wer sich ohnehin einen neuen Router kauft, kann auch den alten mit etwas technischem Wissen als Repeater einrichten. "Das funktioniert allerdings nur innerhalb der gleichen Herstellerfamilie", schränkt Rügheimer ein.
Einig ist er sich mit Michael Schidlack, Technikexperte des Branchenverbandes Bitkom, dass die beste Verbindung ins Internet immer noch das Netzwerkkabel ist. Das sollten vor allem Häuslebauer beachten. "Wir empfehlen bei Neubauten, nicht alleine auf WLAN zu setzen, sondern auf strukturierte Netzwerkverkabelung", formuliert Schidlack. Ansonsten werde das drahtlose Internetsignal – vor allem durch mehrere Wände – nur mit Einbußen übertragen "Ein Repeater ist gut, aber eben nur ein Kompromiss."
dapd
