Hamburg (dapd). E-Books werden immer beliebter, weil sich selbst dicke Schmöker auf Readern, Tablets oder Smartphones einfach speichern und lesen lassen. Die digitalen Bücher haben jedoch auch Schattenseiten. E-Book-Anbieter können nämlich persönliche Daten der Nutzer ausspionieren, wie die Fachzeitschrift "Computerbild" in ihrer aktuellen Ausgabe (Heft 7/2013) berichtet.

Rückschlüsse auf persönliche Vorlieben möglich

Während Händler bei gedruckten Büchern nur die Verkaufszahlen ermitteln können, lasse sich über E-Books durch die Auswertung von Büchersuche und Bücherkauf ein detailliertes Profil mit vielen persönlichen Daten erstellen. Es ermögliche Rückschlüsse zu Hobbys, politischen Einstellung, Familien- und Gesundheitsstatus oder sogar zu sexuellen Vorlieben des Lesers, berichtet das Magazin. Zu welchen Tageszeiten und an welchen Orten man liest, bleibe ebenfalls nicht verborgen. Denn Geräte und Apps protokollieren demnach solche Daten und übermitteln sie, sobald sie sich mit dem Internet verbinden. Die Anbieter von E-Books speicherten offenbar die Daten samt Gerätekennung und Log-in-Daten. Sie nutzten die Profile für personalisierte Werbung und tauschten diese mit kooperierenden Unternehmen aus.

Unnötige Funktionen möglichst deaktivieren

In den Datenschutz- und Nutzungsbestimmungen von Apples iTunes Store sowie von Weltbild finden sich dem Bericht zufolge kaum Hinweise, was mit erhobenen Daten geschieht. iTunes kläre nur bruchstückhaft und ohne konkrete Informationen auf und Weltbild habe eine Generalklausel für die Datenerfassung, in die der Nutzer pauschal einwilligt. Wehren könnten sich die Leser kaum, denn um an E-Books zu kommen, verbindet sich fast jeder E-Reader mit dem Internet. Und nahezu jeder Nutzer akzeptiere, meist ungelesen, die Datenschutzbestimmungen seines E-Book-Stores, betont das Magazin.

Bei Amazon lasse sich in den Einstellungen von Kindle-Readern und Apps nur die Auswertung von Lesezeichen, Notizen, zuletzt gelesenen Seiten und anderen Markierungen verhindern. Zudem müsse der Leser selbst aktiv werden, sonst versorge er Amazon automatisch mit Daten. Nutzer von E-Books sollten Readern und Apps deshalb nur dann eine Internetverbindung erlauben, wenn sie zum Download eines Buches notwendig ist. Unnötige Funktionen sollten die Leser von digitalen Büchern auf ihren mobilen Geräten deaktivieren.

dapd