München (dapd). Duftendes frisches Brot – das lässt einem das Wasser im Munde zusammenlaufen. Doch was kommt aufs Brot? Alternativen zu Schinken, Käse und Wurst sind selbst gemachte Brotaufstriche, stückig oder cremig, herzhaft oder süß, auf jeden Fall frisch. Sie sind schnell gemacht, bringen im Alltag Abwechslung auf den Tisch und sind kleine Highlights bei besonderen Anlässen wie Brunch oder Picknick.

"Geeignet ist alles, was sich zu einer streichfähigen Masse verarbeiten lässt", sagt Susanne Heindl, Ernährungsberaterin und Autorin des Buchs "Möhrenpesto und Maronicreme. 35 vegetarische Brotaufstriche". Sie hat gemeinsam mit Co-Autorin Sabine Fuchs zahlreiche Brotaufstriche kreiert und ausprobiert.

Ungewöhnliche Neuschöpfungen

"Frischkäse ist perfekt als Basis", erklärt Heindl. "Mit Rosmarin und Tomaten wird daraus ein mediterraner Aufstrich." Andere Milchprodukte mischt sie mit Gemüse oder Früchten zu ungewöhnlichen Neuschöpfungen, zum Beispiel Schafskäse mit Roter Bete oder Ricotta mit Mohn und Orange.

Auch gegartes püriertes Gemüse, verfeinert mit Gewürzen, lässt sich wunderbar aufs Brot schmieren. Es eignen sich Auberginen, Fenchel, Paprika, Pilze oder Möhren. Und besonders Hülsenfrüchte, die zudem noch pflanzliches Eiweiß (wichtig für Vegetarier), viele Ballaststoffe und B-Vitamine liefern, ergeben schmackhafte Streichcremes. Süße Aufstriche lassen sich aus Früchten herstellen und aus Nüssen und Schokolade.

Die Autorin kombiniert gern Obst mit Gemüse: "Der Geschmack ist viel spannender", findet sie. So mixt sie Sellerie mit Birne oder Äpfel mit Roter Bete. Und auch Exotisches findet sich unter ihren Kreationen: "Der Aufstrich aus Bananen, Curry und Chili ist immer der Renner." Ihr Favorit ist eine quietschgrüne Creme aus Erbsen und frischer Minze: "Das ist ein herrlicher Sommer-Aufstrich. Er sollte schön kalt sein, dann erfrischt er richtig."

Man weiß, was drin ist

Einer der wichtigsten Vorteile von selbstgemachtem Aufstrich für Susanne Heindl: "Man weiß, was drin ist." Er wird frisch zubereitet und enthält keine Konservierungsstoffe. Wer als Allergiker bestimmte Zutaten meiden muss, kann sicher sein, dass auch keine Spuren der Allergene vorhanden sind. Und auch wenn es nur um den Geschmack geht, kann man die Rezepte leicht variieren und andere Gewürze verwenden.

Auch Tanja Dusy liebt die Frische und die Abwechslung, die selbstgemachte Brotaufstriche bieten. Die Autorin des Buches "1 Brot 50 Aufstriche" suchte nach Alternativen zum üblichen Aufschnitt und käuflichen Brotaufstrichen. In ihrem Buch finden sich Rezepte für klassischen "Obatzter", die in Bayern beliebte Creme aus Käse, Butter oder Frischkäse, Zwiebeln und Gewürzen, aber auch neue Kreationen wie Birnen-Estragon-Ziegenkäse.

Sie schwört ebenfalls auf die vielseitigen Hülsenfrüchte, kocht zum Beispiel rote Linsen wie für eine Suppe mit Lauch, Sellerie und Knoblauch. Eine besondere Note geben frischer Ingwer und Curry. "Vor dem Servieren rühre ich frischen Koriander unter."

Fisch, Fleisch oder Schinken kommen neu zur Geltung

Bei ihr kommen auch Fleisch- und Fischesser zum Zug: "Ich zupfe geräucherte Forellenfilets oder geräucherten Lachs in kleine Stücke, mische sie mit Quark oder saurer Sahne, dazu kommt Meerrettich, Zitrone, Salz und Pfeffer, fertig." Sie verwandelt Hähnchen in Hähnchen-Artischocken-Creme und Schinken zu einem pikanten Aufstrich: "Er wird gewürfelt, mit geriebenem Bergkäse, Lauchzwiebeln, Schnittlauch, Pfeffer und Salz vermischt. Das schmeckt am besten auf herzhaftem Brot."

In ihrem Buch empfiehlt sie zu jedem Aufstrich das passende Brot. Süßes macht sich gut auf feinem Weißbrot wie Brioches oder Hefezopf, pikante Aufstriche brauchen eine kräftige Unterlage und Mus und Cremes aus Hülsenfrüchten passen gut zu türkischem Fladenbrot oder indischem Naanbrot, die es inzwischen auch vorgebacken im Supermarkt gibt.

Im Kühlschrank aufbewahren

"Das geht alles ganz schnell", versichert sie. Nur für das Kochen des Gemüses und das Abkühlen müsse man natürlich Zeit einplanen. Für die Herstellung braucht man einen Pürierstab und ein hohes Gefäß, in dem sich die Zutaten gut zerkleinern und verquirlen lassen. Sauberes Arbeiten ist wichtig, damit die leckeren Kreationen nicht so schnell verderben. Susanne Heindl rät: "Marmeladengläser mit Schraubverschluss eignen sich gut als Gefäße. Am besten kocht man sie vorher zehn Minuten in Wasser aus."

Im Kühlschrank lassen sich kleine Mengen zwei bis drei Tage aufbewahren. Gleich aufessen sollte man Cremes aus Avocado und Banane, denn sie oxidieren und verfärben sich schnell. Bei Aufstrichen mit Radieschen, Äpfeln und Gurken empfiehlt sich ebenfalls schneller Verzehr, denn sie werden wässrig. Gegartes Gemüse und Hülsenfrüchte dagegen bleiben zwei bis vier Tage schmackhaft und süße Cremes aus Nüssen und Schokolade behalten sogar bis zu fünf Tage ihren Geschmack. Sie sollte man aber rechtzeitig aus dem Kühlschrank holen, damit sie wieder streichfähig werden.

dapd