Berlin (dapd). Senioren können selbst mit gesundheitlichen Einschränkungen bis ins hohe Alter in ihrer Wohnung leben. Hilfsmittel und Hausnotruf ermöglichen ihnen Selbstständigkeit und häufig auch einen gewissen Grad an Mobilität. "Wer geistig klar ist und erkennen kann, wann er Hilfe braucht und sich diese holen kann, muss nicht unbedingt ins Heim", betont Christine Gaszczyk, Hilfsmittelberaterin des Sozialverbands VdK in Berlin. Oftmals genüge es, die Wohnung an die Bedürfnisse alter Menschen anzupassen.

So gibt es heute Herdplatten und elektrische Geräte, die sich selbst abschalten, oder Sensortechnik, die für automatische Beleuchtung und selbstöffnende Türen sorgt. Wo genau der Bedarf für mehr Sicherheit liegt, finden ältere Menschen über einen Wohnungscheck heraus, den Hilfsmittelberater wie Christine Gaszczyk mit ihnen durchführen.

Die häufigsten Gefahrenquellen in Wohnungen stellen Badewannen und unebene Böden dar. "Manchmal genügt schon ein Griff für den Wanneneinstieg oder ein Sitzbrett in der Badewanne, aber auch der Umbau zur Dusche ist meistens möglich", sagt die Beraterin. Um das Risiko für Stürze zu verringern, können Türschwellen und Teppiche entfernt werden. Eine Greifzange sei hilfreich für Menschen, die sich schwer bücken können oder viel im Bett liegen.

Ein Gehstock oder Rollator ermöglicht gehbehinderten Senioren, mobil zu bleiben. Auf ärztliche Verordnung übernehmen Krankenkassen die Kosten dafür (SGB V § 33) wie auch für andere Hilfsmittel und Umbauten. Allerdings bezahlten Krankenkassen wegen des Wirtschaftlichkeitsgebots nur preiswerte Varianten. Im Falle von Rollatoren heißt das: billige Stahlrollatoren. "Die gehen meist schneller kaputt und sind auch schwerer als teurere Modelle", weiß Gaszczyk. Leichtere Rollatoren aus Aluminium seien für Senioren meist besser geeignet. Für die müssten Betroffene aber bis zu 300 Euro dazu bezahlen. Dafür kämen sie damit leichter in Busse und Geschäfte, weil ein Aluminiumrollator gut angehoben werden könne. Dieser ist in der Regel auch leichter zusammenklappbar und höhenverstellbar. Einkaufskorb und ein Sitz sind inzwischen Standard.

Für ältere Menschen mit gesundheitlichen Problemen und wenigen Kontakten könne ein Hausnotruf nützlich sein. Bei Stürzen oder Krankheit lässt sich darüber schnell Hilfe. Der Notrufknopf wird an einem Armband oder einer Kette um den Hals getragen. Gaszczyk empfiehlt eher eine Kette, die auch bei gebrochenem Arm den Notruf ermöglicht. Der gedrückte Knopf sendet von allen Zimmern aus ein Funksignal an einen in der Wohnung installierten Kasten. Darüber kann man direkt mit einer Notrufzentrale kommunizieren. Geht dies nicht mehr, wird durch den Alarm ein vorher vereinbarter Hilfeplan in Gang gesetzt. Das genaue Prozedere sollte im Vorfeld der Installation geklärt werden. Einzige Voraussetzung für einen Hausnotruf ist: Senioren sollten geistig noch relativ fit sein. "Etwas Vergesslichkeit ist kein Problem. Sie sollten aber den Knopf nicht ständig ohne Grund drücken und Fehlalarm auslösen", sagt die Hilfsmittelberaterin. Mit Menschen, die nicht mehr gut sprechen, können beim Hausnotruf spezielle Abmachungen getroffen werden.

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