Bonn (dapd). Ruhestand muss nicht das Ende der beruflichen Aktivitäten bedeuten. Senioren können mit ihrem fachlichen Know-how und ihren Erfahrungen als Ehrenamtliche im In- und Ausland helfen. Sie sollten neben ihrer fachlichen Qualifikation vor allem Neugier und die Bereitschaft, ihr Wissen weiterzugeben, mitbringen, betont Heike Nasdala, Pressesprecherin des Senior Experten Service (SES) in Bonn. "Bei uns sind derzeit über 10.500 Experten aus allen Bereichen vom Facharzt bis zum Metzgermeister registriert, davon 14 Prozent Frauen."

Die Ruheständler unterstützen in vier- bis sechswöchigen Auslandseinsätzen kleine und mittlere Unternehmen, öffentliche Institutionen und Nichtregierungsorganisationen. Fremdsprachenkenntnisse sind sehr willkommen, aber nicht Bedingung, sagt Nasdala. In Deutschland sind die "grauen Engel" für Schüler und Auszubildende unterwegs. Sie gestalten Arbeitsgemeinschaften an Schulen oder stehen als persönliche Ansprechpartner Jugendlichen zur Seite, die Probleme in der Ausbildung haben. Mehr als ein Drittel der über 2.500 Einsätze im vergangenen Jahr waren den Angaben zufolge in Deutschland.

Der SES arbeitet nachfrageorientiert, das heißt, er sucht in seiner Datenbank Experten für konkrete Aufgaben. Kosten entstehen den ehrenamtlichen Helfern nicht. Sie sind auch über den SES versichert. Eine Einsatzgarantie gibt es nicht. Für ältere Experten, die nicht mehr weit reisen möchten, bestehen gute Chancen, über den SES in Deutschland tätig zu werden. Die hiesigen Einsätze laufen in der Regel länger als die im Ausland und sind in der Nähe des Wohnortes des Senior Experten.

Interessierte "Unruheständler" können sich in der Datenbank des SES registrieren lassen. Neben dem Lebenslauf sollten sie möglichst viele Qualifikationen angeben, betont die Pressesprecherin. Damit erhöhten sich die Chancen für einen Einsatz. Ehrenamtliche Coaches für Azubis müssen nicht unbedingt denselben beruflichen Hintergrund haben wie ihr Schützling. Hier gehe es oft um Ermutigung und Stärkung der Persönlichkeit und nicht in erster Linie um die Vermittlung von Fachkenntnissen. Momentan werden unter anderem Handwerker, Agrarexperten, Fachärzte und Berufsschullehrer gesucht. Nasdala: "Die Senior Experten stehen den Auftraggebern als Ratgebende zur Seite. Wie stark sie mit Hand anlegen, bleibt am Ende ihnen überlassen."

Der SES ist eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft, die seit 1983 mit der Entsendung von Senior Experten Hilfe zur Selbsthilfe leistet. Seit seiner Gründung verzeichnet der SES über 25.000 Entsendungen von Senior Experten in 160 Länder.

Weitere Informationen unter ses-bonn.de.

dapd