Baunatal (dapd). Selbstbewusst joggt eine Frau durch einen dunklen Park. Sie hat keine Angst, weil sie sich verteidigen kann. Karate, Wing Chu, Kickboxen: All diese Techniken führen Thomas Niewöhner zufolge zu einem sicheren und fitten Leben. Der Geschäftsstellenleiter der Deutschen Fitnesslehrer Vereinigung erklärt: "Es sind immer Körper, Geist und Seele, die von Kampfsport profitieren. Egal, ob man Wing Chu oder Judo in erster Linie zur Selbstverteidigung lernt oder der Wettkampfsport im Vordergrund steht."
Körperbeherrschung erleichtert den Alltag
Im Fokus von Selbstverteidigung stehen eine gute Körperbeherrschung, der wirkungsvolle Einsatz der eigenen Kräfte und eine aufrechte Haltung. "Davon profitiert man im Alltag bei jeder Bewegung. Zum Beispiel wenn es darum geht, die Balance zu halten, bei einem Sturz schonend zu fallen oder den eigenen Kopf vor einem Aufprall oder Schlag zu schützen", sagt der Experte.
Wer Judo oder Wing Chu lernen möchte, brauche weder besonders stark noch besonders beweglich zu sein. "Die Bewegungsabläufe sind nicht schwer, und sie werden Schritt für Schritt eingeübt." Auch für einen gezielten Tritt oder Schlag gegen Schienbein oder Nase eines Angreifers brauche man nicht gelenkig zu sein. Niewöhner betont: "Aber man benötigt Übung, damit die Bewegung sitzt, wenn man sie wirklich mal braucht."
Selbstbewusstsein schreckt Angreifer ab
Allein das Wissen um mögliche Abwehrtechniken gebe den meisten Menschen ein sichereres Lebensgefühl und Selbstbewusstsein, sagt der Fachmann. "Das strahlen sie dann auch aus." Dies wiederum schütze zusätzlich, denn "ein sicheres Auftreten gegenüber möglichen Angreifern ist oft schon die halbe Miete." Es gebe mehrere Studien, die belegten, dass in Selbstverteidigung geschulte Menschen weniger häufig angegriffen würden oder in Konfliktsituationen gerieten als andere.
Auch eine feste Stimme braucht Übung
Nicht nur hilfreiche Bewegungen müssen beizeiten geübt werden, sondern auch laute Schreie. Gerade Frauen, aber auch "Opfergruppen" wie Senioren oder Kinder brauchen oft viel Übung und Ermunterung, damit ein "Hau ab" aus ihrem Mund nicht zaghaft klingt.
Darüber hinaus trainieren die meisten Kampfsportarten – zum Beispiel Karate – Atemtechnik, Koordination und Konzentration. Sie fördern also nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige Fitness und schulen die Auffassungsgabe ihrer Schüler für ungewohnte Bewegungsabläufe.
Unter dosb.de bietet der Deutsche Olympische Sportbund Informationen rund um das Thema Selbstverteidigung an.
dapd
