Berlin/München (dapd). Das neue Handy ist schick und hat viele neue Funktionen. Aber wie bekommt der stolze Besitzer jetzt seine Telefonnummern, den Kalender, die letzten SMS der Liebsten, die Fotos und die Lieblingsmusik auf das neue Gerät? Das hängt davon ab, wie sehr sich das alte und das neue Handy unterscheiden.
Niemand möchte die alten Telefonnummern mühsam ins neue Telefon eintippen. Noch viel weniger gilt das für die vielen Daten, die sich auf modernen Mobiltelefonen finden. Deshalb braucht man Zwischenspeicher, mit denen die Daten übertragen werden können. Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten: die SIM-Karte, den eigenen PC oder das Internet.
SIM-Karte nur bedingt geeignet
Die SIM-Karte eignet sich nur, wenn es lediglich um einfache Telefonnummern geht. "Das ist der einfachste Weg", sagt Thorsten Neuhetzki vom Telekommunikationsportal "teltarif.de". "Das geht bei allen Handys." Auf der Karte sind ohnehin einige Telefonnummern gespeichert. Verwendet man sie auch im neuen Gerät, nimmt man diese Daten automatisch mit.
Die Nummern, die im Handyspeicher abgelegt waren, müssen allerdings erst auf die Karte übertragen werden. Dazu hat jedes Handy unter "Kontakte" oder "Adressen" eine Option, die etwa "auf SIM-Karte speichern" heißt. Im neuen Handy heißt die entsprechende Funktion dann "von SIM-Karte importieren" oder Ähnliches. Diese Prozedur muss wahrscheinlich mehrfach wiederholt werden, denn es haben meist nur 100 Nummern auf der Karte Platz. " Und SMS passen höchstens zehn auf die SIM-Karte", warnt Neuhetzki. Er führt einen weiteren Nachteil an: "Pro Name wird nur eine Nummer gespeichert. Wer aber mehr Daten zu einer Person hat, wie Festnetz, Fax und Handy, private und dienstliche Nummern, Post- und E-Mail-Adresse, kann das nur häppchenweise übertragen, muss alles hinterher mühsam zusammenfügen. Das Ganze ist nicht komfortabel und sieht auch nicht immer schön aus." Und Termine, Fotos oder Musik kommen auf diesem Weg auch nicht mit.
Zwischenstopp auf dem Computer
Dafür braucht man den eigenen Rechner. Wer ohnehin seine Handydaten auch auf dem PC speichert, hat den ersten Schritt bereits getan. Wer auf diese Sicherung bisher verzichtet hat, kann sie jetzt dafür nutzen, um seine Daten aufs neue Mobiltelefon umzuziehen. "Entsprechende Software liefern die Handyhersteller in der Regel mit", versichert Thorsten Neuhetzki. "Wer die CD mit der Software für das alte Handy nicht mehr findet, kann sie auch von den Internetseiten der Hersteller herunterladen." Zusätzlich ist ein Datenkabel nötig, das Handy und Rechner verbindet. Auch das gehört meist zur Ausstattung eines Handys. "Sie sind auch für wenige Euro im Internet zu kaufen", sagt Neuhetzki.
Ist die Software auf dem Rechner installiert und das Handy mit dem PC durch das Kabel verbunden, lassen sich Kontakte und weitere Daten auf den Rechner holen und speichern. Von dort können sie dann aufs neue Handy übertragen werden. Ist das neue Handy ein aktuelleres Modell der gleichen Marke, funktioniert das mit dem gleichen Programm. Wenn man aber den Hersteller wechselt, braucht man die entsprechenden Programme beider Hersteller. "Beim Speichern der Daten auf dem PC sollte man wissen, welches Format die Software des neuen Handys braucht", rät Neuhetzki. Als Standardprogramm hat sich inzwischen Outlook etabliert. Fast alle Programme haben Schnittstellen zu Outlook.
Eine praktische Option ist das kostenlose Programm MyPhoneExplorer, berichtet Peter Stelzel-Morawietz vom Magazin "PC-Welt": "Es wurde ursprünglich für Geräte von Sony Ericsson entwickelt, jetzt kann man damit auch alle Smartphones mit dem Betriebssystem Android verwalten." Es eignet sich sowohl für Umzüge von Sony-Ericsson- Handys mit Symbian-Betriebssystem auf Android-Handys oder von Android- zu Android-Handy. Noch mehr Hersteller unterstützt das Programm Mobile Master, das für rund 5 Euro das Kopieren von Handydaten ermöglicht. Vor dem Herunterladen solcher Programme sollte man sich auf der Website informieren, ob das eigene alte und neue Handy unterstützt werden. Der Umgang mit solchen Programmen braucht aber möglicherweise ein wenig Arbeit: Oft muss man die "Feldnamen" ändern, um die verschiedenen Daten so abzuspeichern, dass sie im neuen Handy richtig erkannt werden.
Bequemer Transfer mit Hilfe der Cloud
Der einfachste Weg führt übers Internet, die "Cloud", wie es neudeutsch heißt. Wer bereits ein Smartphone hat und seine Daten mit einem Internetkonto verwaltet, braucht sich über die Übertragung seiner Daten aufs neue Gerät keine großen Gedanken zu machen. Es wird am eigenen Nutzerkonto angemeldet und holt sich selbst automatisch alle Daten vom Konto. Und selbst der Herstellerwechsel ist kein Problem: "Alle drei großen Betriebssysteme Android, iOS und Windows Phone 8 bieten an, Daten in das jeweils andere System zu exportieren", erläutert Stelzel-Morawietz.
Wer zum ersten Mal ein Smartphone sein Eigen nennt, braucht noch die Hilfe eines PC. Auf den müssen die Daten des alten Handys zunächst wie oben beschrieben übertragen werden. Wer seine Daten nicht ins Internet stellen möchte, macht auch den zweiten Schritt mit PC und Kabel. Wer aber ohnehin künftig den Komfort der "Cloud" nutzen will, "der transferiert die Daten dann ins Internet, zum Beispiel auf ein Google-Konto, von wo man sie aufs Smartphone importieren kann", schlägt Stelzel-Morawietz vor.
dapd
